Stand 28.09.2026 Prolog Fast in meinem gesamten Dienstleben bin ich von Untis begleitet und beeinflusst worden, ich durfte es sogar (zusammen mit vielen Gleichgesinnten) manchmal praktisch mitgestalten, war "Pilotanwender für Untis" im Auftrag von GP und lange Jahre einer der "Eingabeberater für Untis-Schulen in BW", erst im Auftrag der DZ BW und später der Fa. Untis BW.
Meine Zeit war also beruflich u.a. geprägt vom Übergang von Großrechenanlagen zu Persönlichen Computern (PCs).
Obwohl sich Untis-Entwicklung in Österreich Seit 1970 wird Untis (Unterrichstsinformationssystem) von Fa. Gruber & Petters (GP) entwickelt und vertrieben. Das Programm ist die marktführende Software für digitale Stundenplanung, Vertretungsplanung und Schulorganisation im deutschsprachigen Raum.
2015 verfasste Dr. Petters anlässlich des 45-jährigen Firmenjubiläums die Dokumentation
Untis-Start in BW Ende der 70er startete ich mein Berufsleben am Königin-Katharina-Stift in Stuttgart. Neben meinen "Pflichtfächern" Mathematik und Physik waren meine "Hobbyfächer" Darstellende Geometrie und Informatik.
Wegen der Informatik wurde ich recht schnell ins Stundenplanungsteam "berufen" und kam so in Kontakt mit der Großrechnerversion Untis-80, gemietet von der Datenzentrale (DZ BW) in Stuttgart und bereitgestellt im städtischen Rechenzentrum: Wie sich herausstellen sollte, waren damit meine Sommerferien für die nächsten Jahre fast auf die Hälfte geschrumpft. Und weil das Stundenplanerteam im Wechsel auch für die Tagesvertretungspläne zuständig war, wurde das Rektorat für mich zum "Nebenwohnsitz".
Aus Baden-Württemberg kam aber auch damals schon die Warnung: „Stundenplanprogramme werden schwer zu verkaufen sein. Für Sachmittel ist die Kommune zuständig, für Personalmittel das Land. Da wird vermutlich ewig gestritten, ob der Stundenplan in den Sach- oder den Personal-Bereich fällt.“
Als kurze Zeit nach meinem Berufsstart die Kursstufe (NGO) in BW verpflichtend eingeführt wurde, wurden meine Hobbyfächer in der NGO als Wahlfächer (Orchideenfächer) angeboten. Das war schön.
Wir besaßen aber für diese umfänglichen Neuerungen glücklicherweise eine Handrechung des PhV BW, verfasst und erprobt von Theo Bojus ("Vater der Oberstufenreform", damals Chef des Philologenverbands und Direktor am Albert-Schweitzer-Gymnsium Neckarsulm).
Aber ich besaß damals schon einen Commodore PET 2001, auf dem daher kurze Zeit später eine erste Vorversion einer Kurswahlverwaltung realisiert wurde, was ab Verfügbarkeit der Serie CBM 8032 zu einer ernstzunehmenden Kursstufenverwaltung führte ( Mainframe-Untis-Alltag Bevor Untis aus internen Finanzierungsgründen in BW beinahe verschwunden wäre (s.o. bei *)), ergab sich folgender Alltagseinsatz, wie ich ihn später in einem Testbericht über PC-Untis rekapituliert hatte (s.r.u.).
Wenn man keinen Plan bekommen konnte, spuckte der Großrechner ersatzweise ein Fehlerprotokoll aus. Aber auch aus Maschinensicht fehlerfreie Pläne konnten noch jede Menge schulpraktischer Probleme enthalten, die nur durch schrittweise Verfeinerung der Eingabedaten zu beseitigen waren. Und jeder Schritt kostete immer einen weiteren Arbeitstag! Also übernahmen wir den ersten halbwegs vernünftigen Plan auf die ARBRA-Stecktafel in unserer Schule und optimierten dort von Hand weiter mit der Folge, dass mit jedem weiteren Tag Handarbeit die ursprünglich gedruckten Maschinenpläne immer weniger zu unserem geänderten Plan passten, was zum Schluss viel Arbeit bedeutete, die Änderungen nachträglich in die gedruckten Pläne zu übertragen.
Zwei Vorteile hatte das Vorgehen: Das Kollegium konnte sehen, dass wir nicht nur die Maschine arbeiten ließen, sondern auch selber viel Hirnschmalz beim Nachoptimieren einsetzten. Und ich lernte dabei das klassische Stundenplanen fast von der Pike auf. ⋄
Das war auch noch die Zeit der händischen Deputatserstellung. Dabei mussten z.B. 70 Lehrkräfte auf 30 Klassen so verteilt werden, dass die Stundentafelverordnung samt jeweilgem Organisationserlass erfüllt wurde und die Lehrkräfte gemäß deren individuellem Lehrauftrag/Deputatsumfang eingesetzt wurden. Und das jedes Jahr aufs Neue und mit wechselnden Parametern.
Es gab schließlich noch keine PCs und daher für die Schulleitungen weder LAV BW noch gp-Mentor oder gp-Present. Selbst Taschenrechner waren damals noch was unerhört Neues und Fotokopierer waren noch eine teure Seltenheit! PC-Untis und dessen Geburtswehen in BW Die Warnung (s.w.o. bei *)) muss wohl um 1982 wahr geworden sein: Die Finanzierung von Untis sollte eingestellt werden. Doch wir hatten "Blut geleckt", wollten also nicht mehr auf Maschinenunterstützung verzichten. Da kam es sehr passend, dass es inzwischen z.B. die Commodore-Serie CBM 8032 mit viel Peripherie gab und in München StD Gerd Rinder für eben diese Geräte ein Stundenplanprogramm namens Mosaik-83 entwickelt hatte. Der Not gehorchend wurde Mosaik-83 in BW an mehreren Schulen mindestens ein Jahr lang eingesetzt, obwohl es gegen Untis-80 chancenlos war. Aber es war immerhin verfügbar und es lief auf dem CBM 8032 in der Schule, war also eine "Vor-Ort-Lösung"!
Der Text mag höchstens Nostalgiker noch interessieren, aber der letzte Abschnitt (s.r.) hatte damals sehr viel Relevanz. Für Apple-Computer gab es mittlerweile das Stundenplanprogramm Auster, also eine weitere Vor-Ort-Lösung.
Auch GP hatte erkannt, dass die Zukunft bedeutete: Weg von den Rechenzentren, hin an die Schulen, wie Heinz Petters in seiner Doku Und so wurde ab 1982 Untis-80 / Dialog entwickelt für Datenerfassung lokal an der Schule und Planerstellung weiterhin am Mainframe. Aber das Programm war entstanden "eher der Not gehorchend, nicht dem Triebe". Ich durfte eine Version für CBM 8032 testen (also ohne echte Eingabemasken/Eingabefenster), die leider schwer bedienbar war.
Da kam der
Als IBM 1981 den IBM-PC vorgestellt hatte, begann für uns Computerfreaks ein neues Zeitalter.
Aber mit anfangs 8.500 DM war der PC für Schulen unerschwinglich und für Lehrer sowieso. Und der Arbeitsspeicher war recht klein. Die Speicherausstattung des IBM-PC reichte für PC-Untis nicht aus. Es war mir aber gelungen, die damalige LEU (Landesstelle für Erziehung und Unterricht) als Sponsor für die notwendige Speichererweiterung auf 640 KB (Wert ca. 3.000 DM!) zu gewinnen.
Das war natürlich eine große Verpflichtung zum ausführlichen Testen, ab 1984 vom Georg-Büchner-Gymnasium Winnenden aus (den IBM-PC durfte ich leihweise mitnehmen). Und das Ergebnis war "berauschend", wie meinem euphorischen
Eigentlich beschrieb der Bericht lediglich ausführlich, was auch mit dem Mainframe-Untis-80 schon möglich gewesen war. Aber das nun als Vor-Ort-Lösung am schuleigenen PC:
Interessant ist im Testbericht heute höchstens die Schlussbemerkung (s.r.).
Ich war so begeistert, dass ich sogar bereit gewesen wäre, den schulischen Anteil der Lizenzkosten privat zu tragen, denn ich sah damals schon den Qualitätssprung beim Stundenplanen und fand es hoch befriedigend, den PC auf Höchstleistung zu trimmen. Auch der mögliche Rückgewinn an Freizeit war damals vorhersehbar. Es gab damals sicher etliche derartige Testberichte, welche neben der ausführlichen Steuerungsmöglichkeit des Programms vor allem die Planungssmöglichkeit vor Ort hevorgehoben hatten. Und so gab es sicher mehrere Pilotanwender, mindestens für mich als Pilotanwender mit dem Vorteil, dass ich alle weiteren Untis-(Voll-)Versionen kostenlos testen und an meiner Schule praktisch einsetzen durfte.
Der ursprüngliche IBM-PC musste noch ohne Festplatte auskommen; ein BASIC-Interpreter war fest vorhanden, aber Untis brauchte ein "richtiges" Betriebsystem und das musste man bedienen können. Erst ab IBM PC XT war eine Festplatte eingebaut.
Hatte der PET 2001 einen Arbeitsspeicher von 8 KB und der CBM 8032 immerhin den vierfachen, so waren es beim IBM PC das nochmals zwanzigfache (640 KB), und das bei Prozessortaktraten von 1 MHz bis ca, 4 MHz.
Durch die laufende Steigerung der Prozessorrechenleistung konnte GP immer mehr Programmdetails verwirklichen; die Programme wurden immer größer und brauchten immer mehr Rechenzeit. Aber die steigende Rechengeschwindigkeit kompensierte das so sehr, dass die effektive Rechenzeit pro Plan abnahm:
Der Untis-Algorithmus:
Die Marktführerschaft von Untis beruht auf der raffinierten Kombination der beiden von Bernhard Gruber "erfundenen" Algorithmen Setzoptimierung und Tauschoptimierung, die seit über 50 Jahren weiterentwickelt wurden und werden. Diese Algorithmen bilden den Kern der automatischen Stundenplanerstellung. Die Algorithmen wurden sehr bald auch den Anwendern an die Hand gegeben, zuerst in Form der Stundenplandiagnose in Verbindung mit dem Planungsdialog. Die Anwender können somit auch händisch elegant setzen und tauschen, aber immer unter Kollisionskontrolle von Untis.
Und später wurden diese Algorithmen auch direkt für die Stundenplanfenster verfügbar gemacht (Planungsstundenplan). So können die Anwender sehr umfangreich in den Plan eingreifen, indem sie im (entstehenden) Plan jederzeit Enpässe händisch durch direktes Setzen und Tauschen (ggf. mit "Gewalt") beseitigen können und Untis jedesmal den "Rest" aufräumen lassen können.
Doch da greife ich weit voraus. ⋄
Bereits 1991 hatte ich In einer Schulungshandreichung
Im Text werden die schon damals vorhandenen Dienste Und im Text sind viele (bereits im PC-Untis von 1985 vorhandenen gewesene) Eingabefenster und Stundenplanausdrucke abgebildet.
Und beeindruckend war auch, wie übersichtlich Kopplungen damals schon verarbeitet und dargestellt werden konnten. In Abschnitt 7.3 ist auch heute vor allem der letzte Absatz gültig (s.r.). ⋄
Und das war nur der Anfang der rasanten Algorithmusentwicklung in Untis, wie Heinz Petters in seiner Doku
• Von Anfang an: Die Optimierungsstrategien A - E gab es zwar schon weit vor 2008, aber Untis wäre nicht Untis, wenn das Team nicht unter der Haube laufend weitere Verbesserungen eingebaut hätte. Dabei ist die Strategie C überflüssig geworden. Fazit
Stundenplanung ist ein diffiziles Geschäft, das viel Feingefühl erfordert. Sie besteht aus der Deputatsverwaltung, Kursstufenverwaltung, der eigentlichen Stundenplanerstellung und der eng damit verbundenen laufenden Tagesvertretungsplanung.
Alle Aspekte des Stundenplanungsgeschäfts können komplett mit Untis bewältigt werden. Dafür bietet das Programm entsprechende Module (s.l.o.), Optimierungsstrategien (s.r.o.) und statistische Auswertungen. Ein einzelner Optimierungslauf dauert bei entsprechend gewählter Strategie mittlerweile zwar mehrere Minuten bis mehrere Stunden, dann werden dabei aber auch mehrere hundert bis tausend Pläne errechnet und bewertet, um den "besten" heraus zu filtern! Das klappt um so besser und schneller, je genauer und zielführender man die Eingabedaten erstellt, vor allem aber, je kreativer man in der Lage ist, die unterschiedlichen Optimierungsstrategien zu kombinieren.
Je mehr Detailwissen über Verplanungstaktiken das Stundenplanerteam einbringen kann, desto befriedigender sind die Ergebnisse für die Kunden (Schüler, Eltern, Lehrkräfte) und auch fürs Team. ⋄
Untis ist also ein Spezialprogramm für die zentralen und sehr speziellen Aufgaben rund um die Stundenplanung. Und diese speziellen Aufgaben erfordern selbstverständlich spezielle (Vor-)Kenntnisse des Stundenplanungsteams. Eine wesentliche Belastung fürs Team stellt die Bearbeitung des Tagesvertretungsplans dar, denn die muss täglich geleistet werden. Und das geht sehr rationell mit dem entsprechenden Untis-Modul. Dabei ist es sinnvoll, den Stundenplan periodenweise zu erstellen und so den Tagesvertretungsplan transparenter gestalten zu können. Dann können z.B. auch die Statistiken aussagekräftiger erstellt werden. Untis führt über den Ressourcenverbrauch an der Schule so genau Buch, dass das Programm in Österreich verpflichtend zur Deputatsabrechnung/Lehrerbesoldung eingesetzt wird. Es kann also mit seinen Statistikfunktionen andernorts auch Programme wie LAV oder winLAV ersetzen/unterstützen. Um geeignete Mitglieder fürs Planungsteam zu gewinnen, reicht es aber nicht, mit dem PC und dem Programm zu werben. Sondern es muss auch klar geregelt werden, wie die Mehrbelastung abgegolten wird. Und nicht jeder potentielle Anwärter hat wirklich Spaß an planvollem Vorgehen, Knobelei, Kombinatorik, PC-Beherrschung, usw.
Wer sich in die Stundenplanverarbeitung einarbeiten will, muss kurzfristig mit erheblichem zeitlichem Mehraufwand rechnen. Aber langfristig ist ein gewaltiger Zeitgewinn erzielbar, und das immer in der kritischen Zeit rund um den Schuljahreswechsel.
Also im Zweifelsfall nie die Entschuldigung: "das hat die Maschine nicht besser hinbekommen", Dietrich Tilp | September 2026 |